Tag 1: Ankunft in Peking
Am ersten Tag landen wir morgens in der Früh in Peking. Passkontrolle, Foto, Erfassung usw.; alles verläuft reibungslos. Nach einer Stunde Fahrt sind wir schliesslich im Hotel, welches fast im Zentrum vom Peking liegt; nur ca. 7 km vom Tian'anmen Platz entfernt im Chaoyang CDB. Ich nutze den Nachmittag für einen Spaziergang in der Gegend unseres Hotels. Alles scheint sehr aufgeräumt und geordnet. Ich besuche einen kleinen Park inmitten der Wohnhochhäuser und schlendere dem Kaiserkanal entlang. Hier ist's fast menschenleer. Danach mache ich einen Abstecher ins Stadtquartier bei unserem Hotel um die Ecke, wo das riesige Einkaufszentrum Hopsone One viele Menschen anzieht. Nach einem gemeinsamen Nachtessen geht's ab ins Bett, denn China-Urlaube sind keine Ferien. In der Regel ist 06:30 Uhr Weckdienst und 8:00 Uhr Programmstart. Am zweiten Tag reisen wir mit dem Bus ins Zentrum von Peking, vorbei an den Hochhäusern des Finanzdistriktes und dem Gebäude vom chinesischen Staatsfernsehen, der "Hose" von Rem Koolhaas.
Tag 2: Tian’anmen-Platz, verbotene Stadt und Himmelstempel
Im Zentrum von Peking besuchen wir den Platz des himmlischen Friedens - den Tian'namen Platz. Leider ist der Platz wegen einer bevorstehenden Militärparade nicht in seiner vollen Grösse zugänglich. Auf dem Platz ist das Mao Mausoleum, welches täglich von tausenden Menschen besucht wird. Seitlich zum Platz liegen die grosse Halle des Volkes (Tagung des Volkkongresses) und das Nationalmuseum. Gleich hinter dem Platz des himmlischen Friedens liegt die verbotene Stadt - der Kaiserpalast. Der Kaiserpalast ist auch bei den Chinesen ein beliebtes Ausflugsziel, entsprechend "busy" ist der Ort. Gebaut wurde der Palast vom dritten Kaiser der Ming-Dynastie in den Jahren 1406 bis 1420. Der gesamte Baukomplex hat eine Grundfläche von 720'000 m² und eine bebaute Fläche von 150'000 m². Auf dem Gelände befinden sich 890 Paläste mit unzähligen Pavillons mit insgesamt 8'886 Räumen. Einer Legende nach sollen es eigentlich 9'999½ Räume sein. Der halbe Raum hat symbolischen Charakter. Danach durfte nur der Himmel einen Palast mit 10'000 Räumen besitzen, daher mussten sich die „Söhne des Himmels“ mit 9'999½ zufriedengeben. Die letzte Sehenswürdigkeit, die wir an diesem Tag besuchen, ist der Himmelstempel. Der wurde ebenfalls 1420 vom Ming Kaiser Yongle zu Ehren und zum Dank an eine gute Ernte erstellt. Das Blau symbolisiert den Himmel. Die Farben Blau (Himmel), Grün (Erde) und Gelb (Kaiser) dominieren in den kaiserlichen Anlagen. Auch der Himmelstempel zieht unzählige Besucherinnen und Besucher an.
Tag 3: Grosse Mauer und Olympiapark
Heute reisen wir erst einmal gut anderthalb Stunden mit dem Bus raus aus der Stadt in die nahe gelegenen Berge. Dort besuchen wir the Great Wall. Während zwei schweisstreibenden Stunden klettern wir die teils sehr steilen Treppen hinauf, um ein paar schöne Blicke über die Landschaft zu erhalten, durch welche sich die Mauer schlängelt. Auf dem Rückweg in die Stadt machen wir Halt im Olympiapark. Wegen der Militärparade in den kommenden Tagen sind heute nur wenig Touristen unterwegs und so sind auch hier nur vereinzelte und vor allem chinesische Gäste anzutreffen. Auf dem weitläufigen Areal mache ich einen Abstecher zum Bird‘s Nest von den Schweizer Architekten Herzog & De Meuron, welches heute sogar für Gäste zugänglich ist.
Tag 4: Von Peking nach Xi'an
Mit dem Schnellzug dauert die Fahrt von Bejing nach Xi’an über 1‘200 km rund 4 Std. 15 Min. Wegen seiner Eigentrassierung kann der Zug praktisch permanent mit 350 km/h fahren. Die Landschaft ist von Maisfeldern (Monokulturen?) und den Silhouetten der Städte geprägt. Gefühlt fahren wir alle 10 Minuten an einer (Gross)Stadt vorbei. Manche dieser Städte haben einige hunderttausend, andere mehrere Millionen Einwohner. Die Skylines der Städte werden von den Wohnhochhäusern gezeichnet und sind oft schon aus weiter Ferne erkennbar. Nach unserer Ankunft in Xi'an besuchen wir den Nachmarkt mitten in der Altstadt. Von Chinas Nachtmärkten gibt's ein eigenes Fotoalbum auf dieser Seite.
Tag 5: Terrakotta-Armee und Xi'an
Heute fahren wir in einen Vorort von Xi’an, wo in den 1970er Jahren von einem Bauern zufällig die Terrakotta-Armee entdeckt wurde. Der erste Kaiser von China lies sich rund 200 Jahre v.Chr. diese gigantische Grabwache aus rund 8‘000 lebensgrossen tönernen Kriegern bauen. Bis heute ist nur ein kleiner Bruchteil der gesamten Anlage ausgegraben. Auch der eigentliche Grabhügel mit der kaiserlichen Bestattungsstätte ist noch unberührt. Auf der Rückfahrt besuchen wir die Stadtmauer von Xi’an. Sie ist die grösste und einzige, heute noch vollständigste Stadtmauer in der Volksrepublik China. Sie ist ca. 12 km lang, am Boden 15…18 m und oben an der Krone 12…14 m breit und rund 12 m hoch. Unser Hotel in Xi'an liegt gleich um die Ecke vom muslimischen Quartier, wo es viele Essstände und kleine Shops mit lokalen Produkten gibt.
Tag 6: Von Xi'an nach Chongqing
Allmählich verschwinden auch die letzten Hochhäuser von Xi‘an am Horizont und wir näheren uns den Bergen. Der Schnellzug fährt mit durchschnittlich 250 km/h, entsprechend viele Tunnel hat es durch die Berge. Ab und zu kreuzen wir für 2…3 Sekunden ein Tal und schon sind wir wieder im nächsten Tunnel. Selbst in den Bergen, bzw. zwischen den Gebirgszügen kommen wir an ein paar Grossstädten vorbei. Aber allmählich wird die Kulturlandschaft kleinteiliger und anstelle des Maisanbaus dominiert der Reisanbau und anderweitige Gemüsekulturen. Ab und zu sieht man auch Felder, auf denen Lotus(-Knollen) und anderweitige Gemüse angepflanzt werden. Irgendwann, nach etwas mehr als 5 Stunden tauchen am Horizont die ersten Hochhäuser von Chongqing auf. Chongqing ist mit über 32 Mio. Einwohnern eine der grössten Städte Chinas. Das merkt man schon bei der Ankunft am Bahnhof, der eher die Dimensionen eines Flughafens hat. Im Gegensatz zu Bejing und Xi‘an gilt Chongqing als Berg-Stadt, da es überall rauf und runter geht. Entsprechend wenig Fahrräder sieht man auf der Strasse. Wir fahren mit dem Bus durch das Zentrum von Chongqing, welches auf einer Halbinsel liegt, die von den Flüssen Jangtsekiang (Yangtze) und Jialing Jiang gebildet wird. An der Spitze der Halbinsel angelangt, eröffnet sich eine unglaubliche Skyline über den Zusammenfluss der beiden Gewässer. Bei Einbruch der Dunkelheit beginnt unsere Kreuzfahrt auf dem Yangtze-Fluss während sich die ganze Skyline von Chongqing in eine bunte Lichterwelt verwandelt.
Tag 7: Fengdu Konfuzius Temple am Shuanggui Hill und der Yangtze
Heute geht unser Schiff in Fengdu vor Anker. Den Namen "Stadt der Geister" erhielt Fengdu wegen der dort in der Han-Dynastie erstmals entstandenen daoistischen und buddhistischen Tempelanlagen. Es gibt insgesamt 75 Buddha- und daoistische Tempel in der Stadt, die meisten liegen auf dem Hügel Ming Shan über dem hochgestauten Wasserstand. Unser Reiseleiter rät uns allerdings vom Besuch der Geisterstadt ab, da diese zu touristisch sei. Er bietet uns stattdessen einen Rundgang zum Konfuzius-Tempel am Shuanggui Hill an. Dabei erfahren wir manches über Konfuzius und seine Philosophien. An der über 2'000 jährigen Geschichte des Konfuzianismus in China lässt sich vielleicht am besten begreifen, warum hier die Gesellschaft so anders tickt, als wir bei uns in Europa.
Tag 8: Chijia-Berg und Reise durch die Schluchten des Yangtze
Heute erwache ich früh und mache mich auf zum Sonnenaufgang an Deck. Um 7 Uhr bin ich der einzige Mensch an Deck - ausser die immer sehr freundlichen Mitglieder der Bordcrew. Es ist bereits um die 28 Grad warm und sehr feucht. Nach dem Frühstück steht ein Ausflug zum Gipfel über den drei Schluchten auf dem Programm. Der Gipfel des Kui-Tors am Chijia-Berg ist mit 1388 Meter die höchste Erhebung im Gebiet der drei Schluchten. Der Ort ist oben schon etwas sehr touristisch, aber dafür hat man eine super Aussicht von mehreren Plattformen auf die umliegende Landschaft und die verschiedenen Seitenarme des Yangtze-Flusses. Am Nachmittag durchqueren wir mit unserem Schiff auf dem Yangtze-Fluss zwei Schluchten. Als erstes die Qutang-Schlucht und etwas später die Wu-Schlucht. Zu beiden Schluchten ist anzumerken, dass diese früher, vor Inbetriebnahme des Drei-Schluchten-Staudamms, aufgrund des niedrigeren Wasserspiegels wohl noch wesentlich imposanter waren. Am Nachmittag steigen wir um auf kleine Boote und befahren damit einen Nebenfluss des Yangtze. Links und rechts von uns steigen steile Felswände empor und wir lassen uns bei sauna-ähnlichen Klimaverhältnissen in diese zauberhafte Naturlandschaft führen.
Tag 9: Drei-Schluchten Staudamm und Fahrt nach Zhangjiajie
Heute gibt es vor unserer Weiterreise zum Zhangjiajie Nationlpark eine Führung durch das Drei-Schluchten-Staudamm Projekt. Trotz aller negativen Folgen dieses Projekts, über welche man hier nicht spricht, sind die (meisten) Chinesen sehr stolz auf dieses Megabauwerk. So hat es hier trotz des schlechten Wetters masshaft chinesische Touristen, die sich die Anlage anschauen. Und dafür gibt‘s natürlich ein bisschen Pathos mit einem Denkmal und paar Schriftzügen im Sinne der Kommunistischen Partei. Der Drei-Schluchten-Damm in China ist das leistungsstärkste Wasserkraftwerk der Welt und erzeugt mit 22'500 MW Kapazität enorme Strommengen. Zugleich dient er dem Hochwasserschutz für flussabwärts gelegene Gebiete und verbessert die Schiffbarkeit des Jangtze. Über 1,3 Millionen Menschen wurden für den Bau umgesiedelt, oft mit unzureichender Entschädigung. Ökologisch hat das Projekt schwerwiegende Folgen, darunter Sedimentationsprobleme und die Zerstörung von Lebensräumen. Trotz der technischen Meisterleistung bleibt das Projekt aufgrund dieser sozialen und ökologischen Kosten stark umstritten. Nach der Staudammbesichtigung geht unsere Fahrt weiter im Bus. Nach rund 4 Stunden erreichen wir Zhangjjiajie, wo wir anderntags den gleichnamigen Nationalpark besichtigen werden.
Tag 10: Der eindrucksvolle Zhangjiajie Nationalpark
Viel muss man zum Zhangjiajie Nationalpark nicht sagen. Die einzigartige Naturlandschaft des Zhangjiajie NP war die Inspirationsquelle für Cameron‘s Halleluja-Berge auf Pandora im Blockbuster-Film ‚Avatar‘. Berühmt für seine schroffen Sandsteinfelsen bietet der Nationalpark eine Kulisse, die so surreal erscheint, dass sie wie aus einer Fantasiewelt stammt.
Tag 11: Zhangjiajie Grand Canyon & Glass Bridge
Heute besuchen wir den ‚Grand Canyon‘ und damit auch die gleichnamige Glasbrücke. Der ganze Ausflug ist so eine Art Kombi-Package mit verschiedenen Attraktionen, unter anderem eben die Glasbrücke. Die Brücke besteht aus aneinandergereihten Glaspanelen aus einem dreifach Verbundglas mit ca. 50 mm Dicke. Jede Panele misst 3 m x 4 m. Die extreme Belastbarkeit des Glases wurde auf spektakuläre Weise demonstriert. Offizielle Tests beinhalteten unter anderem das wiederholte Einschlagen mit Vorschlaghämmern auf eine einzelne Scheibe, ohne dass diese brach. Der Architekt Haim Dotan ließ sogar einen 40 Tonnen schweren LKW über die Brücke fahren, um ihre Stabilität zu beweisen – die Durchbiegung betrug dabei nur 2,16 cm. Die letzte Attraktion ist eine gemütliche Wanderung durch den schmalen Abschnitt des Grand Canyon und eine kleine Höhle. Wir geniessen für einmal die Ruhe und die etwas kühlere Luft in der schattigen Schlucht.
Tag 12: Shanghai, Bund, Yu Yuan Garden und Shanghai-Tower
Heute erkunden wir Shanghai. Da wir wenig schlafen konnten, lassen wir es gemütlich angehen. Zuerst schlendern wir entlang der Uferpromenade "the Bund" und geniessen die Skyline vom Bankenviertel, welches auf der gegenüberliegenden Seite in den letzten 30 Jahre entstanden ist. Danach besuchen wir den chinesischen Garten "Yu Yuan", der im 16. Jh. angelegt wurde- Vor dessen Toren schlendern wir durch einen angeblich alten Stadtteil von Shanghai, der allerdings gar nicht so alt scheint. Im Anschluss besuchen das höchste Gebäude der Stadt - den Shanghai-Tower. Auf der 118. Etage kann man als Besucher einen Ausblick über die Stadt bekommen. Der Shanghai-Tower ist ein Wolkenkratzer im Bezirk Pudong in Shanghai, der am 3. August 2013 seine Endhöhe von 632 Meter erreichte. Das Gebäude weist 128 Etagen über und fünf Etagen unter der Erde mit einer Brutto-Geschossfläche von insgesamt 420.000 m² auf. Es hat 106 Aufzüge und eine Lobby im 101. Stockwerk und zwei Aussichtsetagen.
Tag 13: Abschied von China
Der einzige Tag, den wir in Shanghai verbringen ist zugleich unser letzter in China. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen geht’s denn auch zu unserer letzte Destination der Chinareise. Bei Einbruch der Dunkelheit machen wir nochmals einen Spaziergang entlang des "Bunds". Auf der Westseite des Huanpu Rivers eröffnet sich uns die einzigartige Skyline der Wolkenkratzer von Shanghai in ihrem bunten Lichterkleid. Ein sehr schönes Bild zum Abschied von unserer knapp zweiwöchigen Tour. Vom Shaghai Pudong International Airport geht’s zurück nach Frankfurt. Wie immer schlendere ich noch ein wenig durchs Terminal und gönn ich mir ein Gläschen Rotwein, da lässt es sich gleich viel leichter in so eine fliegende Büchse einsteigen. Eine letzte Fahrt über das weite Rollfeld des Flughafens und pünktlich hebt der Flieger ab. Ein letzter Blick zurück und schon sind wir weit über der Mündung des Yangtse-Flusses. Good bye China - ich komme gerne wieder.