In keiner Linsensammlung darf wohl ein Vertreter der russischen Helios Baureihe fehlen. Das Helios 44-2 (58 mm f/2.0) ist im Prinzip eine exakte Zeiss Biotar Kopie, welches infolge Reparationsleistungen Deutschlands an die Sowjetunion nach dem zweiten Weltkreig dort in Massen über einen Zeitraum von 50 Jahren hergestellt wurde und gemeinsam mit Zenit Kameras seine Reise um die Welt antrat.
In der Sowjetunion wurden Helios Objektive von verschiedenen Firmen in unterschiedlichen Qualitäten hergestellt. Um wenigstens den Hauch an Spezialität zu erreichen, besorgte ich mir via Ebay ein Helios 44-2 mit meinem Jahrgang 1972. Bei den meisten Helioslinsen bilden die ersten beiden Ziffern den Jahrgang ab, meins hat 7202258. Für die damalige Zeit ganz en Vogue kommt mein Helios im Zebra-Look daher und stammt von der Minsk Mechanical Factory (MMZ, heute BelOMO), ist also aus heutiger Perspektive ein belarussisches Objektiv. Es verfügt über ein M42 Gewinde und benötigt einen entsprechenden Adapter, in meinem Fall zum L-Mount. Dieser sorgt mit seinen gut 2 cm Breite dafür, dass das Objektiv nicht mehr ganz so winzig wirkt, wie es eigetentlich ist.
Die Brennweite von 58 mm ist natürlich schon etwas gewöhungsbedürftig, umso mehr mir eigentlich weitwinkelige Optiken besser liegen. Trotz seines Alters und der wohl kaum vorhandenen Vergütung liefert mein Helios brauchbare Resultate. Offenblendig wird's etwas matschig, etwas Vignettierung ist auch vorhanden und das Bokeh wirkt leicht seifenblasig (vgl. 1 Bild unten). Etwas abgeblendet wird dass Bokeh schön weich und das Bildzentrum hinreichend scharf für Portraits.
Die nachfolgende Bilderserie zeigt, dass das Helios durchaus auch für Landschaften eingesetzt werden kann. Um eine knackige Schärfe zu erhalten, lohnt es sich allerdings, ein bisschen abzublenden, wovon vor allem die Randbereich profitieren (links offenblendig, nach rechts abgeblendet).
Wer es gern ein bisschen Vintage mag, kann natürlich mit den offenblendigen Qualitätsverlusten in den Rand- und Eckbereichen spielen.
An der Reihe unten zeigt sich die Farbverschiebung, welche sich an meiner Lumix S5 von offener Blende (links: warm, Gelbstich) zu geschlossener Blende (rechts: kalt, Blaustich) zeigt. Dies kann natürlich in der Nachbearbeitung, z.B. mit Lightroom, problemlos korrigert werden.
Die mangelhafte Vergütung der Linsen zeigt sich in doch erheblichen Reflexionen. Natürlich ist der Blick durch den Blätterwald in die Sonne schon ein Extrembeispiel, zeigt aber, mit welchen Effekten allenfalls gestalterische gespielt werden kann. 
(links: geschlossene, rechts: offene Blende)
Das Helios 44-2 58 mm f/2.0 ist bekannt für sein chrakteristisches Swirl-Bokeh. Damit dieser Effekt gut wahrnehmbar wird, müssen das fokussierte Objekt/Subjekt und der Hintergrund in einem idealen Abstandsverhältnis sein. Leider habe ich bis jetzt hierzu noch kein geeignetes Foto. Aber bei der Rosenaufnahme oben lässt sich beim ersten Bild der Effekt leicht erahnen.

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