Auf einer Wanderung zur Wasserfluh oberhalb Aarau bot sich die Gelegenheit, ein bisschen die Charakteristik des Konica Hexanon 35 mm f/2.8 näher zu betrachten. Das 35 mm Hexanon stammt aus derselben Baureihe aller Hexanons, die ich sammle. Die meisten wurden wohl ab Mitte der 1970er Jahre hergestellt und zeichnen sich allesamt durch denselben 55 mm Filtergewindedurchmesser aus, sind allesamt relativ kompakt und leicht gebaut. Zudem verfügen alle bereits über die Gummierung auf dem Fokusierring. Bei den Streifzügen durchs Internet muss man auf den Linsenaufbau achten. Ab den 1980er Jahren wurden teils andere optische Rechnungen verwendet, welche aber meist nur wirschaftlich begründet waren und selten eine Verbesserung mit sich brachten.
Das 35 mm f/2.8 ist jetzt nicht besonders lichtstark, dafür - wie gesagt - kompakt und nicht allzu schwer, ein idealer Reisebegleiter also. Offenblendig weisst es wiederum eine gut erkennbare Vignettierung sowie ein genereller Verlust an Schärfe auf. Wie alle meine Hexanons ist auch hier ein gut wahrnehmbarer Schärfeabfall zu Rand und Ecken hin festzustellen. Sobald man ein bisschen abblendet verschwinden dieses Effekte und das Objektiv wird bis zu Blende 8 hin knackscharf. Insofern kann man schon von einem Verhalten sprechen, welches wohl die gesamte Hexanon-Serie auszeichnet. Man weiss also was einem erwartet, wenn man zu einem Objektiv anderer Brennweite wechselt. 
Mit dem Qualitätsabfall bei Offenblende kann man den auch bei allen Hexanons gleichermassen spielen und ähnliche Vintage-Effekte erzeugen. Die einen sehens als Mangel, den anderen gefällts. Ich gehöre zweifelsohne zu den Zweiteren.
Unten vier Beispiel, ersteres immer Offenblendig bei f/2.8, Zweiteres abgeblendet auf Blende f/5.6.
Mit seiner geringen Naheinstellgrenze von 30 cm lassen sich auch gut Objekte etwas näher ablichten oder Portraits erstellen. Eine gute Gelegenheit, das Bokeh etwas näher anzuschauen. Betrachtet man die Aufnahme vom Grashalm, so erkennt man das seifenblasenartige Bokeh, welches mit seiner radial orientierten Verzerrung zu einem leichten Swirrl-Bokeh führt. Wie das Beispiel mit den Kleeblüten zeigt, kann dies mitunter zu etwas unruhigen Bildkompositionen führen.
Nachfolgend zwei Bildausschnitte, mit dem Bild leicht vergrössert dargestellt. Zum einen mit Blende f/2.8, was wierderum die Seifenblasen gut zu erkennen gibt. Zweiteres zeigt, dass leicht abgeblendet, sich die Seifenblasen allmählich in Sechsecke verwandeln, was von den sechs Blendenlamellen herrührt. Und was ist schon wieder ein Sechseck - ein Hexagon - woher wohl die Objektivbezeichnung Hexanon stammt?

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